Vollmacht mit Köpfchen

Der ‚Fall der Fälle‘ kommt schneller als gedacht. Rechtliche Verfügungen helfen, innerhalb der Familie perfekte Vorsorge zu treffen. Tipps für die Umsetzung daheim. Hilfe und rechtsaktuelle Informationen bieten auch die Verbraucherzentralen.

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Plötzlich ist sie da, die Situation, die sich nicht mit mehr selbstbestimmt managen lässt. Etwa nach einem Unfall oder einer Krankheit. Dann helfen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Mit diesen Dokumenten lassen sich wichtige Wünsche und Vorgaben rechtlich verbindlich festlegen. Frühzeitig die eigenen Wünsche und Vorstellungen festhalten, schafft Sicherheit und Transparenz für sich selbst und alle Angehörigen. Die medizinische Versorgung im Krankenhaus sowie rechtliche und finanzielle Angelegenheiten lassen sich mit den passenden Vereinbarungen zuverlässig und ohne großen Aufwand regeln.

Wer darf beraten?

Das noch junge Tätigkeitsfeld der Generationenberatung lebt vom fachlichen Know-how und menschlichem Fingerspitzengefühl, soll umfassend aufklären und darf gleichzeitig keine individuelle Rechtsberatung darstellen. Daher dürfen beispielsweise Finanzberater ihre Kunden nicht zu den Details einer Vollmachten und Verfügungen beraten, weil dies nach dem Gesetz nur rechtsberatenden Berufen erlaubt ist. Eine zu konkrete Beratung wäre etwa dann der Fall, wenn zu den Inhalten von Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung aufgeklärt wird oder die Inhalte vorformuliert werden. Allgemeine Informationen wie auch rechtliche Grundlagen und deren Auswirkungen hingegen sind erlaubt. Das Ausfüllen der Dokumente kann handschriftlich, mit vorgefertigten Formularen oder zusammen mit spezialisierten Juristen erfolgen.

TIPPs zur Umsetzung!

Das Vorsorge-Handbuch der Verbraucherzentralen www.verbraucherzentrale-bayern.de (6. Auflage 2020, Preis 14,90 Euro) enthält auf insgesamt 200 Seiten informative Erklärtexte, wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Testament zu erstellen sind. Der Praxisteil enthält zahlreiche Vorlagen. Die einfache, klare Struktur und präzise Schritt-für-Schritt-Anleitungen ermöglichen eine gute, erste Orientierung: Teil 1 bietet kurze Erläuterungen und Entscheidungshilfen zu jedem Dokument; Teil 2 liefert Textbausteine, Musterbeispiele und Formulare zum Ankreuzen und Ausfüllen.

Alle Formulare sind zum Heraustrennen und Abheften. Die Formulierungen sind auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung. Doch Vorsicht: Bei Patientenverfügungen unbedingt auf präzise Formulierungen der Textbausteine achten. (weiterlesen > Präzision gefragt). Sicherheitshalber sollte, wer sich vertieft mit dem sehr wichtigen Thema beschäftigen will, über den Ratgeber und die Mustertexte hinaus rechtlichen Beistand konsultieren. 

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