Weitblick wagen

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Fast 20 Prozent bergab ging es an den deutschen Aktienbörsen, die Kurse aller etablierten Werte befinden sich auf Achterbahnfahrt. Ein Fünftel seines Wertes verlor der Deutsche Aktien Index (DAX) allein im ersten Halbjahr 2022. Schuld waren die weltweite Krise mit drohender Rezession in Kombination mit der extrem hohen Inflation und damit verbundenen Zinserhöhungen der Notenbanken. Ein Teufelskreis – Anleger und Investoren befinden sich in der Schockstarre.

Wie es im 2. Halbjahr 2022 weitergeht, lässt sich nur rätseln. Fakt ist jedoch, dass Investitionen in Aktien immer schon einen langen Atem brauchten und sich Anleger vom Auf und Ab an den Wertpapiermärkten nicht beirren lassen sollten. Im Gegenteil. „In der Ruhe liegt die Kraft. Niemand kann mit mathematischen Methoden und sonstigen Analysen verlässlich prognostizieren, wie sich einzelne Wirtschaftsbereiche morgen oder übermorgen entwickeln werden. Ebenfalls ist es nicht möglich, fehlbewertete Aktien schneller als der Markt zu identifizieren. Daher lautet meine absolute Empfehlung, bei der Auswahl von Aktien oder Aktienfonds stets breit zu streuen“, unterstreicht Volker Britt, unabhängiger Kapitalanlageexperte und Geschäftsführer der HonorarKonzept GmbH in Göttingen, „Den richtigen Zeitpunkt für Anleger gibt es nicht. Mit Blick auf das generelle und spezielle Verlustrisiko bei Aktien sollten sich Anleger grundsätzlich fragen, wieviel Rückgang sie ganz konkret vertragen können.

Fakt ist jedoch, dass Investitionen in Aktien in der langfristigen Rückbetrachtung eine Erfolgsgeschichte waren und sich die Märkte etwa in den vergangenen 50 Jahren immer wieder erholt haben. So konnten Anleger etwa mit einem Investment in den Deutschen Aktienindex DAX im Zeitraum von 1972 bis Ende 2021 eine jährliche Rendite von über acht Prozent erzielen. Im 20-Jahres-Zeitraum stiegen die Kurse der DAX-Aktien jährlich gar um 9,4 Prozent bis Ende 2021.

Fallende Kurse nutzen

Der Vorteil für Risikobewusste: Unabhängig vom Auf und Ab an den Börsen und der Frage, wenn genau sich der DAX wieder erholt, können Anleger mit einer gleichbleibenden Sparrate aufgrund des Cost-Average-Effekt quasi antizyklisch bei fallenden Kursen mehr und bei steigenden Kursen weniger Anteile kaufen. Viel Ausgewogenheit ermöglichen generell breit investierende, weltweit anlegende Aktienfonds. Sowie Fondssparpläne, die gezielt auf die Wertentwicklung ausgewählter Aktienindices setzen. Volker Bitt ergänzt: „Es lässt sich nach wie vor unterstreichen, dass Aktien gerade in inflationären Zeiten ein aussichtsreiches Anlageinstrument zum langfristigen Vermögenserhalt bleiben: Aktienkurse erholen sich in der Regel zügig, wenn sich die wirtschaftlichen Perspektiven wieder verbessern und gleichen so die zwischenzeitliche Inflation aus.“

TIPP! Eine sinnvolle und selbst für Börsen-Laien verständliche Alternative stellen strukturierte Indexfonds, also Exchange Traded Funds (ETFs) dar, deren Renditen auf der Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Börsenindex basiert. Ab 25 Euro monatlich gibt es aber schon sehr attraktive Fondssparpläne, beispielsweise einen ETF auf dem MSCI World: Der Index setzt auf über 1.600 Werte und schaffte ich den letzten 30 Jahren sieben bis acht Prozent im Jahr. Die dafür notwendigen Wertpapierdepots untersuchte aktuell der Onlineratgeber ‚Finanztip‘ unter https://www.finanztip.de/wertpapierdepot/ Zu den günstigsten Direktbanken und Online-Brokern zählen Finanzen.net, Zero, Scalable, Capital (Free Broker), Trade Republic, Flatex und Smartbroker.

(Weiterlesen >Langer Atem)

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