Krypto was?

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Was würde wohl Börsen-Altmeister André Kostolany zu Krypto-Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Cardano sagen?

André Kostolany persönlich kennengelernt zu haben, ist mir unvergesslich geblieben. Er war ein faszinierender und sehr humorvoller Mensch. Was er freilich zu digitalen Währungen sagen würde, kann ich nur vermuten. Eines seiner zahlreichen Zitate würde wohl am besten passen: „An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.“ Tatsächlich gibt es derzeit wohl nur sehr wenige Themen, bei denen die Meinungen so stark auseinander gehen wie bei digitalen Währungen. Für die einen sind es Darknet, Betrug und Ressourcen-Verschwendung – für die anderen sind es die beginnende Transformation und die wohl unglaublichste Innovation des Jahrtausends.

Mysterium Bitcoins, worum geht es?

Abgesehen von einer völlig neuen Technologie in veränderten Dimensionen ist wohl klar, dass es sich um eine hochspekulative Marktnische handelt, die an Bedeutung und Volumen nahezu stündlich wächst. Das Thema ist brutal komplex und das macht die Sache vermutlich auch so mysteriös. Der rasante Aufstieg der Kryptos wurde vor knapp 15 Jahren vor allem aus China heraus stark vorangetrieben. Eine mögliche Intension war vermutlich, Vermögenswerte sicher und gleichzeitig unabhängig von staatlichen Kontrollmechanismen von ‚A nach B‘ zu transferieren. Zwischenzeitlich wachsen in Asien, Europa und den USA Bemühungen, digitale Währungen staatlich zu kontrollieren – was sicherlich eine sinnvolle Entwicklung ist.

Was ist die Faszination?

Die Blockchain-Technologie dient als spezielle Art von Software dazu, die Vielzahl von Daten und Transaktionen zu verifizieren und die Zahlungsströme über das Internet ohne Kontrollinstanzen zu ermöglichen. Die Basistechnologie ist genial und birgt unzählige Möglichkeiten für die Zukunft, beispielsweise Daten- und Zahlungsverkehr zu beschleunigen und unabhängiger zu machen. Gleichzeitig ist es schwierig zu differenzieren, an welchen Stellen die neuen Technologien sinnvoll und weniger sinnvoll sind.

Immer mehr Unternehmen investieren und engagieren sich. Was treibt sie an?

Häufig sind rund um den Bitcoin eher Negativ-Schlagzeilen zu lesen, wie illegale Transaktionen, Drogengeschäfte oder vergessene Passwörter mit Millionenverlusten. Für mich gibt es aber nicht nur diese zwielichtige Seite, sondern eben auch die faszinierende Technologie, die immer mehr große Unternehmen wie Amazon und Tesla sowie Börsenplätze und Notenbanken dazu bringt, sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen oder auch ganz konkret in den Markt einzusteigen. Unterm Strich gehe ich davon aus, dass sich der Markt für Zahlungsverkehr verändern wird und sich niemand diesen Technologien entgegenstellen kann.

Ein Blick in die Glaskugel: Wie könnte die Zukunft ausschauen?

Vor etwa zehn Jahren hatte ich einige Bitcoins besessen, damals waren die Kursbewegungen fast schon langweilig. Selbst für mich, der sich mit dem Thema befasst, ist das Thema mittlerweile an Komplexität nicht mehr zu überbieten. Für die Masse der Menschen ist es ebenfalls nur schwierig zu begreifen. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass sich Krypto-Währungen als digitales Zahlungsmittel etablieren werden. Auch angesichts zum Teil völlig substanzloser Kursschwünge von bis zu 30 Prozent plus oder minus an einem einzigen Tag: Die staatliche Regulierung wird kommen, davon bin ich überzeugt. Warum sollte es dann nicht auch einen Bitcoin-Standard geben? Ähnlich wie Gold, das in fachlicher Hinsicht ebenfalls nur ein intrinsischer, also eingebildeter Wert ist? Bis dahin ist es aber noch ein sehr weiter Weg und Krypto-Währungen bleiben als hochspekulative Einheit mit größter Vorsicht zu genießen.

TIPP! Auch wenn es verlockend scheint… Bei hochspekulativen Währungen, zu denen in unseren Augen der Bitcoin und andere Krypto-Währungen wie Ethereum oder Cardano gehören, ist allemal „Vorsicht ist geboten“. Aufgrund extremer Schwankungen bis hin zum Totalverlust sind digitale Währungen als Geldanlage nicht für jeden Anleger geeignet, allenfalls in „homöopathischem“ Umfang.

(Stefanie Creutz für www.vorsorge-dachau.de)

(Weiterlesen >Spielgeld lacht)

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